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Bericht 2. O-Jollen Matchrace, 11.11.2023

Mit Sicherheit können wir jetzt sagen: Die Saison 2023 ist beendet!

Normalerweise werden die Boote nach dem Eiscup eingepackt und die Segelsachen im Schrank verstaut, wenn da neuerdings nicht das O-Jollen Matchrace auf dem Plan stehen würde.

Dieses Jahr drückten Seifi, Steffen Götzke und ich in der gesamten vorangehenden Woche die Daumen, dass der Wind uns nicht abermals im Stich lässt. Tatsächlich verschob sich erst am Freitag die Windvorhersage, sodass mit segelbaren 4-10 Knoten gerechnet werden konnte. Und der Wind enttäuschte uns dieses Mal nicht.

Aber beginnen wir von vorn: Am Freitag brachten die Seikrits das Promoboot aus Berlin. Im Flutlicht vor der Halle wurde es fix aufgebaut, ein von den Seikrits gesponsertes Fass Bier angeschlossen und der Grill angefeuert. So klang der Abend in kleiner gemütlicher Runde aus.

Der Quenzsee präsentierte sich am Samstagmorgen spiegelglatt - die Hoffnung schwankte, aber gegen 10 Uhr sollte ja der Wind einsetzen. Wir drückten also weiter die Daumen.

Aufgrund einer krankheitsbedingten Absage von Kay Nickelkoppe kam noch einmal Bewegung in das Teilnehmerfeld. Spontan verlegte Göran seine privaten Termine, meldete als Sechzehnter und stand pünktlich zur Eröffnung mit unterm Flaggenmast. Wir losten zunächst die Paarungen der Vorrunde aus und Schiedsrichter sowie Wettfahrtleiter gaben ein paar Erklärungen zu den Besonderheiten des Matchraces und dem Ablauf der Wettfahrt. Pünktlich um 10 Uhr verließ die erste Paarung den Hafen. Die restlichen Segler und Zuschauer konnten das Geschehen auf dem Kurs direkt am Pavillon an der Vereinsmole verfolgen. Ein Platz in der ersten Reihe. Die seglerische Herausforderung beim Matchrace liegt ja bekanntlich darin, sich nur gegen einen Gegner durchzusetzen. Dies erfordert eine besondere taktische Vorgehensweise, die bisweilen auch durch Proteste und Penaltys dominiert. Die ersten Paarungen segelten relativ ruhig, bis dann Christian Seikrit die Bühne betrat. In seinem Rennen wurden die Hände der Segler des Öfteren zum Protest gehoben, sodass Lietzi einige Situationen bewerten musste. So langsam war erkennbar, worum es ging. Die an Land befindliche Gruppe begann, über die taktischen Manöver und Vorfahrtsregeln zu fachsimpeln. Einfach toll, welche Dynamik dieses „live dabei sein“ annahm. Insgesamt verliefen alle Rennen recht eng, keiner schenkte auch nur einen Meter, dennoch achteten alle darauf die Promoboote nicht zu beschädigen.

Eine besondere Vorrunden-Paarung waren die Gebrüder Kulik. Alexander, als ein durchaus erfahrener und erfolgreicher O-Jollen Kapitän segelte gegen seinen Bruder Mathias, der als Jugendlicher ebenfalls zu unserer verrückten Laser-Segeltruppe gehörte, die damals in ganz Deutschland anzutreffen war. Mit ein zwei taktischen Leckerbissen konnte Newbie Mathias seinen Bruder ordentlich unter Druck setzen und entschied das Rennen letztlich für sich.

In der Zwischenzeit kümmerten sich unsere Mädels im Clubraum um das leibliche Wohl der Segler und der Zuschauer. Neben Glühwein, Schmalzstullen und Bockwurst mit Brötchen um die Mittagszeit, konnte, wer wollte, auch ein frisch Gezapftes genießen.

In der Runde der letzten acht setzten sich Göran, Lutz, Uwe und Mathias gegen ihre Gegner durch, sodass im kleinen Finale um Platz 3, Uwe auf Mathias traf. Stark umkämpft und mit schönen taktischen Finessen bestückt, konnte sich Uwe behaupten und den 3. Platz sichern. Nicht-O-Jollen-Segler Mathias reihte sich auf einem beeindruckenden 4. Platz ein.

Das Zusammenspiel zwischen der Wettfahrtleitung um Michael Köhler, dem Keitzman-Tenderboot vom ESVK und der Landcrew lief ausgesprochen gut, wodurch wir sehr gut im Zeitplan lagen. So entschlossen wir uns, das Finale als „Best of Three“ zu segeln.

Im ersten Rennen setzte Lutz ein deutliches Ausrufezeichen und verwies Göran durch zwei besondere Manöver in die Schranken. Im zweiten Rennen konnte Göran dann mit cleverer Fahrweise ausgleichen. Das letzte Rennen musste also die Entscheidung bringen. Hart umkämpft, aber stets fair meisterte Göran das Rennen. Er gewann knapp, aber verdient, das 2. O-Jollen Matchrace im Entscheidungsrennen.

Mittlerweile hatte ungemütlicher Nieselregen eingesetzt. Darum wurden fix die Boote aus dem Wasser gezogen und der gemütliche Teil eingeleitet. In geselliger Runde in unserem Vereins-Clubraum konnten viele Situationen ausgewertet und Erfahrungen für das übliche Segeln in großen Feldern gesammelt werden.

Meine Jungs und die Tochter von Steffen Götzke fingen dann an zu Kellnern, sodass es niemanden an frischen Getränken fehlte.

Gegen 17 Uhr gingen wir an die Siegerehrung, bei der jeder Teilnehmer einen individuellen Erinnerungspreis erhielt. Der Wanderpokal ging nach Magdeburg und hat in Görans Wohnzimmer einen besonderen Platz eingenommen.

Nach dem kurzweiligen, aber auch kühlen Tag hatten alle ordentlich Hunger. Pünktlich 18 Uhr wurde das frisch gebackene Wildschwein mit ordentlich Sauerkraut und Kartoffeln serviert und wir futterten uns die Bäuche voll. Bei geselligen Gesprächen und guter Stimmung klang der Abend mit vielen zufriedenen Gesichtern aus.

Besonders bedanken möchte ich mich bei unserem Organisationsteam, dem ESVK, der uns ein Schlauchboot und Trainerboot mit Bojen zur Verfügung stellte, Lietzi, als sehr souveränen Schiedsrichter, unserem Wettfahrtleiter Michael, sowie unseren Mädels und den fleißigen Bierzwergen, die sich im Hintergrund um unser leibliches Wohl kümmerten.

Wir freuen uns schon auf die Planung des 3. O-Jollen Matchrace in 2024 und entlassen euch hiermit offiziell in den seglerischen Winterschlaf.

Frank

GER-18

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