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Der 08.05. 2021 ist einer der ersten Tage dieses Jahres, die sich nach Frühling anfühlen. Unsere Jahreshauptversammlung kann deshalb im Freien stattfinden. Entsprechend Hygienekonzept wahren wir den Abstand und haben alle eine Maske auf. Nach dem offiziellen Teil meldet sich Peter mit einem Beitrag. Es folgt Vortrag über den Vereinskamerad Willi Schusser, über seine großen goldenen Hände, sein großes Herz, seine Hilfsbereitschaft und sein Ideenreichtum. Bewegend, Peter und sicher auch einige andere Sportfreunde müssen die Tränen unterdrücken.
Peter und Klaus stellen den Antrag auf die Ehrenmitgliedschaft für Willi Schusser. Der Antrag wird einstimmig angenommen.

Ehrenurkunde Willi Schusser
Ehrenurkunde Willi Schusser

Oktober. Ein Tag mit Herbstsonne und ein paar Wolken. Hinter mir liegt eine seltsame Segelsaison, in der ich mehr gesegelt bin als in den Vorjahren. Hinter mir liegen aber auch 3 sehr unangenehme Wochen. Husten, Abgeschlagenheit, Isolation von der Außenwelt. Eine Covidinfektion ist auch bei vergleichsweise mildem Verlauf unschön und belastend. Auch mental, wenn man vom Leben
weitgehend ausgeschlossen ist.

Man erkennt, wem man etwas bedeutet. Wer anruft oder kurze Nachrichten schreibt. Wer bereit ist, mal einzukaufen..
All dies liegt frisch hinter mir. Endlich wieder nach draußen dürfen.
Ich bin allein, was mir heute gut tut.

Dem Boot ist in den vergangenen Wochen nichts geschehen, verträumt schaukelt es am Steg. Plane runter. Plicht, Kajüte, Deck, alles vertraut wie je.
Blick Richtung Plauer See. Sind da hinten etwa Schaumkrönchen zu sehen? Es sind noch die großen Segel drauf und ich bin solo unterwegs..
Na, wird schon gehen. Die Routine beim Ableger ist noch da. Vor dem Hafen Segel setzen, Motor aus, und…

aaab die Post. Das Boot legt sich zur Seite und schießt los. Der Plauer ist schnell erreicht. Breitling oder Richtung Plaue? Ein Winddreher ermöglicht einen Anlieger bis fast zur Wusterau. Also erstmal kreuzen. Schot und Ausleger in der Hand, sitze ich auf dem Seitendeck. Ob das auf dem Stahlzwanziger was bringt? Spaß auf jeden Fall und einen besseren Überblick auch.

Dass die überstandene Infektion mir noch in den Knochen steckt, merke ich bald. Das ständige Nachtrimmen der Segel, das Aussteuern der Böen, in denen das schwere Boot einen sehr eigenen Willen entwickelt, erschöpfen. Unter dem Plauer Schloss halsen und mit achterlichem Wind retour. Schnell, unaufgeregt und erholsam ist das. Zeit, sich über das Oktoberlicht zu freuen. Nicht so grell wie im Sommer, wenn die Sonne so hoch steht. Mir scheint es ein wärmeres Licht, das bunte Laub auf den Bäumen tut ein übriges.

Die Gedanken wandern. Zurück durch die Saison. Der etwas überstürzte Beginn, nachdem ich lange gezweifelt hab, ob Segeln im Verein in diesem Jahr überhaupt möglich sein würde. Ein Pfingstwochenende mit Freunden aus Dresden. Erste Regatten nach etlichen Absagen. Ein Urlaubstörn mit dem 20er in den Bodden….

Eigentlich war seglerisch sehr viel möglich in diesem Jahr. Und es war gut auf dem Wasser, es waren Auszeiten von den zuweilen doch deprimierenden Situationen im Alltag. Es war auch immer die Erinnerung dabei, dass dies alles eben nicht selbstverständlich ist.

Kurz noch etwas essen, trinken, und dann auf den Breitling. Wind wieder fast von vorn, also Segel dicht „anknallen" und zusehen, an der Kanincheninsel vorbeizukommen. Klappt nicht ganz, ein Verholerschlag muss sein. Immer wieder das Groß aufmachen, die Böen abfangen, in denen das Boot
zunehmend zickig wird. Himmel, ist Segeln sportlich…

Bei der Kiehnwerdersüdspitze die Entscheidung zum Rückmarsch. Im Möserschen See hätte ich ziemlich viel im engen Fahrwasser kreuzen müssen. Und ich bin schon ziemlich erschöpft. Und bei
DEM Wasserstand…

Kiehnwerder Südspitze

Die Rücktour ist erstmal wieder ruhig, unaufgeregt und ziemlich schnell. Aber was ist das? Ogottogottogott, haut das plötzlich rein. Das Boot beschleunigt RICHTIG. Abfallen, beide Segel auf und…können Stahlboote eigentlich fliegen?

Am Ende der Böe eine sanfte Landung. Nun ist es gut. Abdrehen, Halse, Rückmarsch. Auf dem Plauer hat sich schon fast sowas wie Seegang aufgebaut. Quenzsee, Vereinshafen.

Lautlos gleitet das Boot in die Box.

Ich bin zurück. Im Hafen und im Leben.

Matthias R.  im Herbst 2020

Liebe Freude des Segelsports,

auf Grund der Corona bedingten Einschränkungen werden wir in diesem Jahr keine Langzeitregatta durchführen. Wir bedauern das sehr und hoffen auf Euer Verständnis. 

Statt dessen möchten wir mit allen Vereinsmitgliedern sowie allen weiteren interessierten SeglerInnen des Reviers eine lose Geschwaderfahrt über unsere Seen durchführen.

Wer Lust und Zeit hat findet sich am 19.9.2020 um 10:30 Uhr unter dem Flaggenmast im Verein zu einem Grußwort ein. Anschließend segeln wir gemeinsam zum Breitling (Höhe Nordspitze Kiehnwerder) um uns mit weiteren interessierten SeglerInnen aus dem Revier zu treffen. Um 12Uhr geht es gemeinsam (analog einer Langzeitrunde) den Plauer hoch bis zum Fahrwasserteiler vor Kirchmöser und anschließend zum Breitling bis zur Südspitze Kiehnwerder zurück. Natürlich wie immer berührungsfrei und mit ausreichend Abstand 😉

Der Vorstand des BSVQ

bei hochsommerlichen Temperaturen traten 79 Crews mit Ihren Booten zur 30. Langzeitregatta des BSVQ an. Um 10.30 Uhr sollte der Start auf dem Breitlingsee erfolgen, doch trotz angekündigtem Wind herrschte totale Flaute. Startverschiebung! Während die Segler badeten, begann für die Wettfahrtleitung das Schwitzen. Eine harte Probe, denn erst nach ca. 3 Stunden kam der Wind. Gegen 14 Uhr erfolgte dann der langersehnte 1. Start. Zum Glück hatte die Wettfahrtleitung die Nerven behalten. Statt der geplanten 3 Runden wurde nur 1 Runde gesegelt, die aber bei sehr schönem Wind.

Nach knapp 2 Stunden Wettfahrt kamen die ersten Boote wieder an Land. Mit kühlen Getränken und deftigem Eisbein konnten sich die Teilnehmer stärken, um anschließend bis spät in die Nacht zu feiern.

Hier die Links zu den Ergebnislisten und den Bildern.
Ergebnisse_LANGZEIT2019
Bilder der Wettfahrt 2019

Vielen Dank an alle Teilnehmer, Helfer und Sponsoren.

Euer BSVQ